Jedes Jahr um diese Zeit appellieren Tierschutzvereine und Tierheime an die Vernunft der Menschen. Und jedes Jahr scheinen weniger Menschen zuzuhören – vielleicht hat man ja den guten Vorsatz diesem Tier bis zu seinem Tod ein gutes „Herrchen" oder „Frauchen" zu sein, aber leider scheint es immer weniger Menschen zu gelingen, einem Tier bis zu seinem Lebensende gerecht zu werden.
Natürlich ist es billiger, seinem Kind zu Weihnachten eine kleine Katze vom Bauernhof, oder einen kleinen Hund aus Kaunitz oder irgendeinem Vermehrer zu schenken. Selbst wenn man ein Tier vom Züchter oder aus dem Tierheim holt (die nehmen auch noch Geld dafür, eigentlich sollten sie doch froh sein, Tiere los zu werden) ist das immer noch günstiger, als einen Computer oder endlich den eigenen Fernseher zu verschenken.
Tiere sind aber Lebewesen und keine Billigartikel – es wäre besser, dieses Denken auch schon unseren Kindern zu vermitteln. Natürlich ist es lästig, ständig Nein sagen zu müssen, wenn das Kind nach einem Tier fragt. Aber seien wir doch mal ehrlich – ein klares Nein, mit einer sachlichen Erklärung – versteht eigentlich jedes Kind, aber genau dieses Kind weiss auch, wenn es Mama oder Papa genug nervt, oder schmeichelt – je nachdem – bekommt es seinen Wunsch doch noch erfüllt. Und sei es nur, weil die Eltern nichts anderes mehr wissen, weil das Kind „ja schon alles hat". Dabei würde etwas mehr Konsequenz unseren Kindern sehr gut bekommen.
Es ist nichts gegen ein lebendiges Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk einzuwenden, wenn genügend Verantwortungsbewusstsein vorhanden ist, das sagt:" hier ist ein Lebewesen, für das ich den Rest seines Lebens verantwortlich bin!" Und das bedeutet, dass hier die Eltern voll in der Pflicht sind. Die Jugendlichen werden es irgendwann natürlich cooler finden, in die Disco zu gehen, als mit dem Hund Spaziergänge zu machen. Oder ein Studienplatz weiter weg hindert daran, seinen Hund/Katze mitzunehmen. Besitzer und damit Verantwortlicher sind immer die Eltern. Unzählige Male habe ich schon gehört:" Mein Sohn (oder Tochter)
wünscht sich nichts sehnlicher als einen Hund." Leider überschätzen die meisten Eltern ihre Kinder gründlich, wenn sie meinen, dass der Jugendliche wirklich überblicken kann, was an Arbeit und Pflicht auf ihn zukommt. Das kann man auch wohl kaum erwarten, da viele erwachsene Menschen das auch nicht können.
Kürzlich hörte ich eine Bekannte sagen:" Unser Aquarium macht so viel Arbeit, ich glaube,
wir tauschen die Fische aus gegen Schildkröten." Als ich entsetzt sagte, dass die schwieriger in der Haltung und Pflege seien, als Fische, war das Erstaunen groß. Besonders Reptilien sind in der Haltung und Pflege empfindlich und reagieren sehr sensibel auf unsachgemäße Pflege.
Also zum tausendsten Mal – auch wenn es keiner mehr hören kann:
Tiere sind Lebewesen und nicht Mittel zum Zweck. Sie sind nicht dazu da unser Ego zu befriedigen oder unsere Komplexe zu kompensieren.
Wenn das Portemonaie einen Besuch beim Tierarzt nicht erlaubt, sei es zur Grundversorgung oder bei Krankheit – Finger weg von der Anschaffung eines Tieres.
Wenn man keine Kastration bezahlen kann oder will, weil ja junge Tiere so niedlich sind – Finger weg von den Tieren. Es gibt bereits genug Tierbabys, die elend ums Leben kommen und nichts rechtfertigt es, noch mehr davon zu produzieren.
Gabi Lampe
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