Seit dem 19. Januar dieses Jahres hat Niedersachsen einen neuen Landwirtschaftsminister. Was versprechen wir uns davon? Vielleicht mal jemand, der nicht nur redet, sondern auch entsprechend handelt? Vielleicht mal nicht aus Profitgier oder weil er keine Ahnung vom Fach hat? Wir lassen uns überraschen - will er doch die Rahmenbedingungen in der Nutztierhaltung verbessern. Jedenfalls im Moment.
Bis dann der erste größere Arbeitgeber mit Konsequenzen droht – etwa Auslagerung der Produktion ins Ausland oder Entlassung von Arbeitnehmern. Im Bürokratendschungel von Deutschland, wo Firmen das Leben schwer gemacht wird durch unnötige Auflagen oder der Höhe der Gewerbesteuer, gibt man in dieser Branche leichter mal nach – geht es hier doch nur darum, möglichst viele Tiere möglichst schnell, möglichst schwer, deshalb möglichst günstig vom Stall auf unseren Tisch zu bringen.
Verstehen Sie mich nicht falsch – ich bin kein Vegetarier.
Aber muss es denn sein, das wir diese Tiere, von denen wir uns ernähren, teilweise so erbärmlich halten, viele Kilometer transportieren (von wegen der Subventionen ) um sie dann zu schlachten ? Fleisch ist ein Billigprodukt geworden. Die meisten Menschen sind darauf angewiesen, beim Einkaufen auf den Preis zu achten. Wen wundert es da, wenn Sonderangebote bevorzugt gekauft werden ? Hätte der Arbeiter mehr Geld in seiner Tasche, würde er bestimmt gerne ein paar Euro mehr ausgeben, wenn er dafür eine bessere Qualität von vernünftig gehaltenen Tieren geliefert bekommen würde.
Billige Dinge sind nichts wert - das gilt leider auch hier. Würde nicht so viel Fleisch zu Schleuderpreisen auf Kosten der Tiere (und der Menschen) produziert, würde der Mensch sicher auch anders damit umgehen. Wieviel Fleisch und Wurst wandert in den Müll, weil zuviel und zu unüberlegt eingekauft wurde, - vom Supermarkt, vom Verbraucher, egal - wieviele Tiere sterben so umsonst ?
Ein auf Profit ausgerichtetes System ist anfällig für kriminelle Machenschaften. Jeder Erpresser einer Supermarktkette, der androht, Lebensmittel zu vergiften, wird verurteilt. Was aber ist mit den Vertretern der Firmen, die für Profit um jeden Preis verantwortlich sind? Die für ein paar Euro mehr Gewinn über Leichen gehen ?
Wer Steuern hinterzieht, also dem Staat schadet, wird streng bestraft. Was aber ist mit diesen Menschen, die aus reiner Habgier unser aller Gesundheit, vielleicht sogar Leben, gefährden. Wer gibt denen das Recht, uns mit Vorsatz zu vergiften ? Die Krankenkassen, die eigentlich jeden Grund nutzen, um ihre Beiträge zu erhöhen – warum kommen sie nicht auf die Idee, einer Schadensersatzklage gegen solche Firmen zu führen? Hier werden Menschen krank gemacht und sie dürfen dafür auch noch bezahlen. Die Zeche zahlt wieder der kleine Mann. Irgendwann hört man dann, dass irgendein Mister Unbekannnt verurteilt wurde und das die Firmenleitung mal wieder nichts davon wusste, was in ihrem Namen passierte. Solange nicht die wirklich Schuldigen bestraft werden, machen sie immer weiter,. Warum auch nicht- es bringt Profit und es passiert ja nichts. Wir müssen endlich aufwachen und wieder lernen, uns zu wehren.
Tausende von Betrieben in Deutschland werden von einem Verursacher geschädigt, wie im jüngsten Fall. Diese Industrialisierung birgt immer die Gefahr eines Flächenbrandes, weil sich die Folgen von gesundheitsschädlichen Belastungen oder auch Seuchen katapultartig zu Lasten von Mensch und Tier ausbreiten. Eine regional ausgerichtete Landwirtschaft als Kreislaufwirtschaft würde mehr Sicherheit schaffen und Mensch und Tier besser schützen.
Die Landwirte aus unserer Region haben bei den Untersuchungen im Dioxin-Skandal gut abgeschnitten. Ein Grund mehr, die bäuerlichen Betriebe im Umkreis zu unterstützen.
Der Verbraucher hat die Macht – er muss nur lernen, sie auch zu nutzen !!
Gabi Lampe
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