Aktuelles

Details

Tierheim, Züchter, Vermehrer

Mit der Entscheidung, sich ein Tier anzuschaffen, beginnt eine große Verantwortung. Nicht nur, dass man überlegen muss, welches Tier oder welche Rasse vernünftig ist, sondern auch, ob man dieses Tier artgerecht halten kann und woher es kommen soll.

Die meisten Entschlüsse sind wahrscheinlich Spontanentscheidungen. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass so viele Tiere hin und her gereicht, oder ausgesetzt werden, im Tierheim landen. Viele Menschen sind der Meinung, ein Tier von einem Züchter, dass ist das Wahre. Züchter haben Ahnung und Erfahrung mit der Rasse. Das ist leider nicht immer so und man sollte sich vorher schon genau informieren, damit man nicht einen „zu hohen Preis“ bezahlt. Sei es wörtlich, weil man ein Tier kauft, das aus einer verantwortungslosen Zucht stammt und vielleicht krank ist, oder wo die Elterntiere nicht sorgsam ausgesucht wurden.  

Vermehrer züchten mit minimalem Aufwand, aber höchstem Gewinn. Da wird eine hohe Verlustrate mit eingeplant. In den schlimmsten Fällen (und die sind nicht weit weg, sondern direkt um die Ecke) sitzen die Muttertiere irgendwo in einem Verschlag, oder dunklem Keller und werden bei jeder Läufigkeit belegt. Hängende Gesäuge und traurige Augen, das sind oft die offensichtlichen Merkmale dieser gequälten Kreaturen, die vergewaltigt werden und einen Wurf Welpen nach dem anderen groß ziehen müssen. An die Psyche, nein, daran wird nun wirklich keine Zeit verschwendet. Dass so ein Tier keine guten Anlagen vererben kann, da es völlig ausgepowert ist und die Elterntiere völlig wahllos miteinander verpaart werden, muss doch eigentlich jedem einleuchten.

Die Anschaffungskosten solcher Tiere sind natürlich gering. Sie werden nicht geimpft, nicht entwurmt und die Zufütterung wird gering gehalten. Die Welpen müssen die meiste Zeit damit zufrieden sein, was das Muttertier an Milch hergibt. So ist die Gewinnspanne für den Vermehrer immer noch groß. Die neuen Besitzer aber werden bald herausfinden, dass das, was sie bei der Anschaffung gespart haben, jetzt in den Tierarzt investiert werden muss.  Vielleicht wird der kleine Welpe nicht mal überleben, die meisten werden zu früh von der Mutter getrennt und verwurmt sind sie sowieso.  

Jeder zukünftige Welpenkäufer hat es in der Hand, ob es weiterhin Massenzuchtanlagen und Tierhändler geben wird.

Dann sind da noch die Tiere aus den Todeslagern der südlichen Länder oder aus dem Osten- Ein ständiger Streitpunkt der Tierfreunde. Sicher ist, dass die Tiere in unseren Tierheimen eine bessere, vorübergehende Unterkunft haben, als die Tiere in den Todeslagern. Sicher ist auch, dass dort viele Tiere unter schlimmsten Bedingungen gehalten oder getötet werden, wenn sich niemand findet, der sie nach Deutschland mitnimmt. Aber solange die Dinge nicht vom Grund her angegangen werden, ist das Ganze ein Fass ohne Boden. Für jedes Tier, das wir ausfliegen, werden Hunderte neue Tiere geboren. Die Tierärzte, die dort unentgeltlich kastrieren, können nur unwesentlich etwas ändern. Vielen Tieren würde ein humaner, schneller Tod hilfreicher sein, als dieses Dahinvegetieren. Wir können nicht allen Tieren in Ungarn, Polen, Russland, Rumänien, Spanien, Italien ……. helfen und solange sich noch immer Menschen bereit finden, ein Tier mitzunehmen, werden die Regierungen vor Ort nicht eingreifen. Der Protest fernbleibender Touristen, wäre sicher ein gutes Druckmittel. Aber leider ist das menschliche Denken ein egoistisches: Auf den Urlaub im sonnigen Süden wollen wir doch nicht verzichten – also bringen wir dann einen Hund mit nach Deutschland, den wir vor diesen schrecklichen Bedingungen im Urlaubsland gerettet haben.

Das diese Tiere manchmal sehr schwer in unsere reizüberflutete Umgebung eingefügt werden können, ist bekannt. Außerdem werden viele Krankheiten, die wir bisher nicht kannten, eingeschleppt. Krankheiten, mit denen die ausländischen Tiere manchmal ganz gut zurechtkommen, die für die Tiere aus unserem Land manchmal aber eine wirkliche Bedrohung darstellen. Wer sich ein Tier aus dem Ausland holt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er eine extreme Verantwortung übernimmt. Diese Tiere bei uns zu sozialisieren ist sehr schwer und wer sich nicht 100% sicher ist, dass er das auch durchhält, sollte die Tiere dort lassen, wo sie sind. Denn diese Tiere wieder abzugeben, oder hier in ein Tierheim zu bringen, weil man sich dann doch überfordert fühlt, ist erbärmlich.

Auch in Deutschland gibt es viele Tiere, die unter den schrecklichsten Bedingungen leben, davor sollten wir nicht die Augen verschließen. Entscheidet man sich für ein Tier aus zweiter Hand, muss man sich darüber im Klaren sein, das meistens eine unbekannte Vorgeschichte hat (allerdings weiß man auch nie, ob die Auskünfte stimmen, wenn man ein Tier von Privatleuten kauft). Ein Tier aus dem Tierheim hat schon ein Stück seines Lebens ohne Sie gelebt und vermutlich erfahren Sie in den seltensten Fällen, was ihm widerfahren ist. Nicht alle Tiere im Tierheim sind schlecht vorgeprägt oder haben schlimme Enttäuschungen erdulden müssen.

Eines aber haben sie alle gemeinsam: Sie wollen einen Menschen, der zu ihnen gehört. Dankbarkeit ist eine menschliche Eigenschaft, die wir von den Tieren erwarten oder in ihr Verhalten hineininterpretieren. Was man aber wirklich von Hunden und Katzen erhält, wenn man ihnen ein neues, sicheres Zuhause bietet, wird Liebe und Treue sein.

   

Der schnelle Kontakt zu uns

Wenn Sie uns etwas mitteilen möchten, nutzen Sie bitte das Kontaktformular im oberen Menü oder senden Sie eine Email an service@tierhilfe-melle.de
Übrigens: Wir arbeiten außer in Melle selbst auch überregional im südlichen Osnabrücker Land - eben in Melle und Umgebung...

   

Mitglied Deutscher Tierschutzbund


    

   

Unser Spendenkonto bei der Kreissparkasse Melle

Für Überweisungen verwenden Sie bitte diese Kontodaten:
IBAN: DE55 2655 2286 0001 0143 31,  BIC: NOLADE21MEL

Wenn Sie eine Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung) wünschen, vermerken Sie bitte auf dem Überweisungsträger Ihre Anschrift.

   
© 2008-2017 - Tierhilfe-Melle e.V.