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Einführung der Zwangskastration – ja oder nein ? Zugelaufene Katze füttern – ja oder lieber doch nicht ? Ist die Gemeinde zuständig - oder doch nicht?

Viele Fragen, und so viele unterschiedliche Antworten und Meinungen. Dabei sprechen die Tatsachen für sich und sind nicht länger von der Hand zu weisen. Die Anzahl freilaufender, sich ungestört vermehrender Katzen nimmt zu, die Nachfrage nach Katzen geht dagegen stark zurück. Diese Kombination führt dazu, dass es die Phasen, in denen Tierheime und Tierschutzvereine kurz durchatmen können, nicht mehr gibt. Noch sitzt alles voll mit Maikatzen, doch die Herbstkatzen rücken schon nach. Die Tierheime lagern die Tiere aus und suchen händeringend nach Pflegestellen. Durch diese Überbelegung und Überlastung der Tierheime ist eine vernünftige Unterbringung kaum noch gewährleistet.

Da wird so manches Tier in einigen Tierheimen nicht mehr so gehalten, wie es – auch nur bei einer vorübergehenden Unterbringung – sein sollte. Aber was tun ? Was wird aus den Tieren, die man nicht mehr aufnehmen kann? Diese Frage bleibt leider (oder Gott sei Dank?) in den meisten Fällen unbeantwortet.

Warum hat die Zahl der Katzen so stark zugenommen? Ist das nur eine Einbildung der Tierschützer ? Früher waren Katzen Nutztiere mit einer kurzen Lebensdauer, sie ernährten sich zum Teil selber und wurden im Durchschnitt nur 3-4 Jahre alt. Kaum jemand ging mit einer kranken Katze zum Tierarzt. Endweder sie überlebte oder nicht. Heute leben viele Katzen behütet und tierärztlich versorgt ein langes Leben. Die verwilderten Katzen im Freien finden fast immer eine mitfühlende Seele, die ihnen regelmäßig Futter hinstellt. Manchmal leider nicht in Verbindung mit der Kastration der Tiere.

Viele Menschen, die gerade das Nötigste zum Leben haben, besitzen Tiere. Leider nicht immer in angemessener Zahl. Deshalb werden als erstes die Kastrationen unterlassen. Während man bis vor 2 oder 3 Jahren die Katzenbabys noch „irgendwo" unterbringen konnte, ist das heute aber nicht mehr der Fall. Also sollen die Tiere beim Tierheim abgegeben werden. Da macht man dann die Erfahrung, dass die Tiere nicht aufgenommen werden.

Und jetzt ? Erst mal überlegen – bis zum nächsten Wurf. Und irgendwann ist es nicht mehr zu überblicken. Die Anzahl der Tiere, die in einzelnen Haushalten leben, nimmt zu. Da gibt es Privatleute, die schon unter einer Vormundschaft stehen, aber 30 Katzen im Haus herumlaufen haben, natürlich unkastriert. Handlungsbedarf durch Veterinäre ? Natürlich nicht. Da werden die Tierheime und Tierschutzvereine in der Umgebung angerufen und um Übernahme gebeten. Natürlich auf Kosten der Tierheime. Wenn diese Tiere durch einen konsequenten Veterinär eingewiesen worden wären, hätte der Landkreis die anfallenden Kosten erstatten müssen !!!

So geht das nicht weiter!
Etliche Kommunen haben inzwischen die Einführung der Zwangskastration durchgesetzt, auch wenn noch Zweifel über die Wirksamkeit und Durchführbarkeit nicht ausgeräumt sind. Aber es ist ein Anfang gemacht und es gibt viele andere Bestimmungen und Gesetze, die ebenso wenig durchgängig zu kontrollieren sind, die aber trotzdem durchgesetzt wurden. Die Kastrationspflicht ersetzt natürlich nicht die Kastration herrenloser, wilder Katzen. Es muss aber vermieden werden, dass durch unkastrierte Hauskatzen, denen Freigang gewährt wird, immer wieder Nachwuchs gezogen wird, der sich dann draußen weiter vermehrt. Und dazu müssen die Katzenbesitzer in die Pflicht genommen werden.

Leider gibt es noch immer Gegenden, wo Tierschutz ein unbekanntes Wort ist. Noch immer wird Bürgern, die ein Fundtier melden, erzählt: „Wenn sie das Tier nicht füttern, geht es von selbst wieder. Wenn sie es aber füttern, sind sie für alles, natürlich auch die Kosten, verantwortlich."

So ist das nicht richtig!
Eine Fundkatze ist ein Tier, das seinem Halter entlaufen ist und bei dem davon auszugehen ist, dass es von seinem Halter wieder abgeholt wird. Sie ist momentan nicht im Zugriffsbereich ihres Besitzers, aber nicht herrenlos. Dazu gehört auch der Nachwuchs !! In diesem Fall liegt die Verantwortung bei den Kommunen. Zutrauliche, verletzte oder junge Tiere sind bei den zuständigen Ordnungsämtern zu melden, bevor sie gefüttert oder zum Tierarzt gebracht werden. Ausnahmen sind Sonn- oder Feiertage, die es natürlich zu überbrücken gilt. Lassen Sie sich nicht abwimmeln !! Es ist auch nicht richtig, dass ein Finder, der ein verletztes Tier zur Erstversorgung zum Tierarzt bringt, für diese Kosten aufkommen muss: Dieses Fundtier ist Fundsache nach § 965 ff. BGB. Damit ist die Kommune zuständig und hat auch ohne Auftragserteilung die Kosten für Transport, Erstbehandlung, bzw. Euthanasie zu tragen. Dieser Kostenerstattungsanspruch gilt auch für Tierschutzvereine, ganz gleich, ob es eine vertragliche Regelung oder Kostenpauschale gibt.

Außerdem bestehen in manchen Gegenden großer Katzenpopulation durchaus Gefahren für die öffentliche Sicherheit. Gesundheitliche Gefährdung von Menschen (insbesondere Kindern) und Haustiere. Moralische und hygienische Belästigung der Bevölkerung. Dezimierung freilebender, teilweiser bestandsbedrohter Tierarten. Qualen verletzter oder kranker Katzen

Wenn Sie keine Hilfe beim Ordnungsamt bekommen, melden Sie das dem zuständigen Tierschutzverein unter Angabe des Sachbearbeiters. Ordnungsämter stehen natürlich immer wieder vor einem fast unlösbaren Problem – erzählt der Anrufer die Wahrheit, oder will er nur seine eigenen Katzen „entsorgen". Dieses Problem kennen wir auch und können deshalb gelegentlich die Reaktionen bei den Ordnungsämtern sogar nachvollziehen.

Es muss eine endgültige Lösung gefunden werden und die kann nur Einführung der Zwangskastration heißen. Bei einigen Ordnungsämtern hat bereits ein Umdenken eingesetzt. Sie rufen aktiv arbeitende Tierschützer zur Zusammenarbeit auf. Besondere Vorbildfunktion für uns hat eine Gemeinde im Landkreis Osnabrück, die sich finanziell und aktiv am Einfangen und kastrieren freilebender Katzen beteiligt und ein offenes Ohr für den (vernünftigen und durchführbaren) Tierschutz hat.

Hoffentlich hat diese Gemeinde eine Vorbildfunktion. Unser Verein jedenfalls wird in Zukunft keine Katzen mehr aufnehmen, aus den Gemeinden, die sich weiterhin stur stellen. Damit werden die bestraft, die kooperativ sind. Das geht natürlich auf Kosten der Tiere, aber da müssen die Bürger unterstützend tätig werden und den Ordnungsämtern „auf die Bude rücken".

   

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Übrigens: Wir arbeiten außer in Melle selbst auch überregional im südlichen Osnabrücker Land - eben in Melle und Umgebung...

   

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