Gedanken zur Übernahme, Aufnahme, Kauf eines Tieres
Einer von diesen drei Sätzen fällt häufig in Gesprächen, die wir bezüglich unserer Tierschutzarbeit führen.
Da sind die Tierfreunde, die einen Hund/eine Katze übernehmen, weil der Kumpel das Tier nicht mehr halten kann – oder will. Dieses Tier gibt es umsonst und außerdem fand man es schon immer toll.
Nach kurzer Zeit merkt man dann leider, dass es ein Unterschied ist, ob man ein Tier gelegentlich sieht oder es regelmäßig versorgen muss. Da wird die Pflicht dann schnell lästig und der einfachste Weg ist dann der Griff zum Telefon um einen Tierschutzverein anzurufen.
Man habe dem Tier das Tierheim ersparen wollen, heißt es dann. Aber leider habe der Hauswirt etwas dagegen, oder man müsse morgen umziehen und könne das Tier nicht mitnehmen. Es sei ja auch gar nicht das eigene Tier, man habe es ja nur übernommen. Da platzt einem doch wirklich der Kragen.
Schwieriger ist das Thema: Füttern freilaufender Katzen!
Nicht selten stellt sich heraus, dass das Tier zum Nachbarn gehört. Das Katzenfutter drei Häuser weiter aber schmeckt eben viel besser! Die Kommunen, die den besorgten Anrufern „zugelaufener“ Katzen empfehlen, die Tiere einfach laufen zu lassen, machen es sich da allerdings etwas zu einfach: Ein junges, verletztes oder offensichtlich krankes Tier gehört selbstverständlich versorgt. Das können die Gemeinden, die Unterbringungs- oder Tierarztkosten befürchten, drehen, wie sie wollen – hier sind sie in der Pflicht.
Verwilderte Katzen dagegen sind herrenlos und die Gemeinden sind nicht zuständig. Zahme, zutrauliche Tiere aber sind Fundtiere, um die sich die Ordnungsämter kümmern müssen.
Fazit: Nicht jede Katze füttern, die draußen herumläuft.
Katzen haben große Reviere. Sieht eine Katze jedoch krank aus oder ist noch sehr klein, gilt es als erstes dieses Tier bei der zuständigen Stelle zu melden. Das ist meistens das Ordnungsamt. Ist das Tier wirklich in einem schlechten Zustand, lassen Sie sich bitte nicht abwimmeln.
Die Tierschutzvereine sind erst an zweiter Stelle die richtige Anlaufstelle. Denn woher sollen die Kommunen denn wissen, das es ein Katzenproblem gibt, wenn diese nicht gemeldet werden.
Die Einführung der Zwangskastration von freilaufenden Katzen erreichen wir nur, wenn bekannt wird, wie groß der Bedarf wirklich ist. Wenn aufgegriffene Tiere nicht gemeldet werden, dann bedeutet das Fundunterschlagung. Jedes Fundtier muss auf eine Tätowierung oder einen Chip untersucht werden. Vielleicht wird dieses Tier irgendwo vermisst und der Besitzer wäre froh, es zurück zu bekommen. Deshalb hat man kein Recht, ein Tier einfach „einzusacken’“, nur weil man meint „das hat bestimmt kein Zuhause“ oder „das wurde bestimmt ausgesetzt“.
Alle Tierheime/Tierschutzvereine sind ständig überfüllt. Tiere werden zu Billig- und damit zu Wegwerfartikeln. Kastrationen von Katzen können sich viele Tierhalter nicht erlauben und produzieren so Nachwuchs, der wegen Inzucht oder fehlender Impfungen und Wurmkuren - gar nicht zu reden von medizinischer Versorgung - elend und krank dahinsiecht.
Die Menge der Tiere, die in Tierheimen und Tierschutzvereinen ein neues Zuhause suchen, rechtfertigt aber nicht, diese Tiere preislich zu verschleudern oder nicht darauf zu achten, wo sie denn schließlich landen. Es gibt immer wieder Interessenten, die wenig Verständnis dafür aufbringen, dass sie für diese Tiere bezahlen sollen.
„Wir wollen kein Tier „loswerden“! Wir versuchen einfach ein passendes Zuhause für jedes Tier zu finden. Unterbringung, Kastration, Chippen und Impfungen kosten auch uns viel Geld. Geld, das durch die Vermittlungsgebühr für die Tiere fast nie wieder hereinkommt. Wenn Ihr ein Tier impfen, chippen, und kastrieren lasst, kommt Euch das wesentlich teurer.“
Gabi Lampe
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