Macht Euch nicht mitschuldig !!!

Die Katzenpyramide, die klar aufzeigt, dass eine weibliche, unkastrierte Katze nach 10 Jahren ca. 80 Millionen Katzen an Nachkommen haben kann, wirkt schon lange nicht mehr. Bei diesem Bild ( gezeichnet von Daniela Jacob) werden wahrscheinlich einige Bürger geschockt fragen- Muss man dieses Thema mit solchen drastischen Bildern illustrieren? Ja - die Tierheime sind voll wie noch nie, es herrscht in einigen Tierheimen sogar Aufnahmestopp, weil die Grenzen einfach erreicht sind.
Dabei war man vor 20 Jahren doch recht optimistisch, das die Aufklärung über die Notwendigkeit von Katzenkastrationen bald Früchte tragen würde. Weit gefehlt !!Inzwischen ist die soziale Situation vieler Menschen so schlecht geworden, dass sie ihre Tiere abgeben müssen, weil sie die Kosten für Futter, geschweige denn Tierarztkosten nicht mehr tragen können. Die Kosten für Kastrationen stehen da gar nicht zur Debatte. Im ersten Moment ist es ja auch niedlich und auch günstiger die Katze Junge kriegen zu lassen, als eine Kastration.Da werden die Jungtiere natürlich auch nicht entwurmt oder geimpft - und irgendwann ist einem die ganze Situation über den Kopf gewachsen. Katzen, so scheu sie auch sein mögen, sind keine Wildtiere sondern Haustiere, die auf den Menschen angewiesen sind. Anders als bei Wildtieren reguliert sich die Population bei herrenlosen Katzen nicht auf natürliche Weise. Seit Jahren fordern Katzenschutzvereine den Bundesgesetzgeber vergeblich dazu auf, eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen vorzuschreiben, wie sie in Österreich eingeführt wurde. Der Bund wäre zuständig, weil er über die Einhaltung des Tierschutzgesetzes zu wachen hat.
Unmittelbar finanziell betroffen sind die Kommunen, die für die Unterbringung und Versorgung der Fundtiere an die Tierschutzvereine und Tierheime zahlen müssen. Seit 2008 gilt in Paderborn die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für alle Freigängerkatzen ab einem Alter von fünf Monaten. In anderen Kommunen ist man leider noch immer der Meinung, dass das ein zu tiefer Eingriff in die persönliche Entscheidungsfreiheit ist. Leider ist es wohl so, dass das Gesetz dort eingreifen muss, wo der Mensch nicht vernünftig genug ist. Außerdem werden so Steuergelder verschwendet, die sicher besser einzusetzen sind.
Wer ein Tier hält, ist dafür verantwortlich. Wer ein Fundtier bei sich aufnimmt, ist verpflichtet, dieses beim Ordnungsamt oder der zuständigen Tierschutzorganisation zu melden. Wer ein Tier bei sich aufnimmt, ohne dieses zu melden, betreibt Fundunterschlagung. Und wer ein Fundtier bei sich aufnimmt, um es zu behalten, ist für alle Kosten einschließlich Tierarzt und Kastrationskosten selber verantwortlich und kann nicht die Allgemeinheit in die Pflicht nehmen. Man kann nicht wahllos Tiere sammeln, ohne über die Folgen nachzudenken. Nur weil man viele Tiere „aufbewahrt" ist man noch lange kein Tierfreund - Im Gegenteil - manchmal bedeutet der Verzicht auf ein weiteres Tier echte Tierliebe.
Und wenn die Menschen nicht in der Lage sind, das zu begreifen, dann wird es Zeit, dass der Staat endlich einschreitet und die entsprechenden Gesetze erlässt. Wussten Sie, dass es strafbar ist, junge gesunde Katzen zu töten? Es handelt sich dabei nicht etwa um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat. Dies kann entsprechend des Tierschutzgesetzes mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. Gabi Lampe
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