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Verwilderte Katzen, oder - falsch verstandene Tierliebe

 

Zuerst werden sie gefüttert - von Mitbürgern, die es zwar gut meinen, die aber nicht über die Konsequenzen nachdenken. Erst ist es eine, dann zwei, und schließlich werden es schlagartig acht oder zehn, nämlich dann, wenn sie ihren Nachwuchs mitbringen.  

 

 

Das Problem verwilderter Katzen betrifft alle Tier- und Katzenschutzvereine.  Oftmals existieren sogar große Populationen von 20 bis 30 Katzen, die, wenn die Bedingungen günstig sind, und sie fleißig gefüttert werden - zweimal im Jahr 4-5 Junge großziehen.

Jede unkastrierte Katze wird trächtig.

Rein rechnerisch hat jede Katze nach 10 Jahren 1 Million Nachkommen. Während eine oder zwei Katzen in der Nachbarschaft meistens noch geduldet werden, weil sie Mäuse oder Ratten weg fangen, fühlen sich viele Anwohner bei einer zu hohen Katzen-population häufig gestört, wegen lautstarker Katerkämpfe oder lästigem Uringeruch. Unsaubere Futterplätze locken außerdem Fliegen und Ratten herbei.    

Tierliebe bedeutet nicht nur, ein Tier mit Futter zu versorgen. Dazu gehört auch, sich um die Zukunft des Tieres zu kümmern und durch Kastration dafür zu sorgen, dass nicht noch mehr Katzenkinder in die Welt gesetzt werden, die eigentlich niemand haben will.   

Auch wenn sich mancher noch an dem ersten Wurf Katzenbabys erfreut - spätestens beim Zweiten wird klar, dass da ein Problem entstanden ist. Und hier muss ganz deutlich gesagt werden, dass die Abgabe ins Tierheim oder dem ortsansässigen Tierschutzverein keine Lösung ist.

Verwilderte Katzen sind aufgrund fehlender Prägung auf den Menschen scheu wie ein Wildtier, nicht handzahm und damit nicht vermittelbar. Jahre- oder sogar lebenslange Unterbringung ist natürlich aus Kosten- und Platzgründen nicht möglich und auch absolut nicht tiergerecht. Jeder, der verwilderte, unkastrierte Katzen füttert, sollte sich darüber im Klaren sein, das er mit dazu beiträgt, das Tierleid zu vergrößern. 

Die einzige Möglichkeit, die Sache in den Griff zu bekommen, bedeutet - kastrieren und wieder auswildern. Wenn diese- kastrierten - Tiere dann auch noch zugefüttert werden würden,  wäre das für jede wilde Katze die beste Lösung.