Details

Igel gefunden – was nun?

Igel sind momentan fleißig unterwegs, um sich noch die entsprechende Fettschicht für den Winter anzufressen. Dazu laufen sie leider auch vermehrt auf Strassen und werden dort überfahren. Es ist aber nicht immer nötig, diese Tiere jetzt schon, auch wenn sie noch klein sind, der Natur zu entnehmen.

Dieses Jahr haben Igel allerdings ein großes Problem mit dem trockenen Sommer und Herbst. Sie finden keine Würmer. Deshalb sollte man zufüttern, wenn man weiss, dass man einen kleinen stacheligen Gesellen im Garten hat.

 

 

In Deutschland ist es generell verboten, Tiere der besonders geschützten Arten – und dazu gehören auch Igel – aus der Natur zu entnehmen. Ausnahmebestimmungen gelten für verwaiste, verletzte, kranke und unterernährte Igel.

 

Hilfsbedürftig sind:

Verwaiste Igelsäuglinge

 

Igeljunge, die sich tagsüber außerhalb ihres Nestes befinden, noch geschlossene Augen und Ohren haben und sich womöglich kühl anfühlen, sind von der Mutter verlassen.

Verletzte Igel 

 

Angefahrene Igel oder solche, die vermutlich schon tagelang in Gruben, Kellerschächten ohne Futter und Wasser waren, brauchen ebenfalls Hilfe.


Kranke Igel 
  

 

Man erkennt sie meistens daran, dass sie tagsüber Futter suchen,  herumlaufen, torkeln oder liegen. Auf kranken Igeln sitzen in der warmen Jahreszeit häufig Schmeißfliegen, die ihre Eier ablegen. Kranke Igel sind apathisch, rollen sich kaum ein, sind oft mager. Ihre Augen stehen nicht halbkugelig, sie sind eingefallen, schlitzförmig. Igel, die husten haben häufig Lungenwürmer und müssen sofort zum Tierarzt.

Igel, die unter 500 Gramm wiegen, sollten an einer geschützten Ecke im Garten mit Katzenfutter zugefüttert werden, solange es die Temperaturen zulassen. Wird es sehr schnell frostig, muss man das Tier ins Haus nehmen.

 

Nicht jeder Igel braucht Hilfe – aber jede Hilfe muss richtig sein

- Igel auf Verletzungen untersuchen, Kopf, Beine und Bauchseite genau inspizieren

- Gewicht notieren, damit die Gewichtszunahme kontrolliert werden kann.

- Unterkühlte Tiere wärmen. Eine Unterkühlung ist vorhanden, wenn sich das Tier an der Bauchseite deutlich kühler als die eigene Hand anfühlt. Eine mit gut handwarmem Wasser gefüllte Wärmflasche, umwickelt man mit einem Frotteehandtuch und legt sie in einen hochwandigen Karton. Darauf setzt man den Igel und deckt ihn mit einem weiteren Handtuch zu.

- Ungeziefer entfernen. Fliegeneier und Maden sammelt man unverzüglich und sehr gründlich mit einer Pinzette ab. Flöhe lassen sich am besten mit einem speziellen Flohspray entfernen.

In jedem Fall sollte so bald wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden, der den Igel auf Lungenwürmer hin untersucht und gegen Würmer und andere Parasiten behandelt.

 

Unsere Gartenzäune sind gefährliche Fallen für Igel. Immer wieder passiert es, dass sie bei ihren Wanderungen durch die Gärten in so einem Zaun hängenbleiben und elendig verenden. Dieses Tier hatte Glück – ein aufmerksamer Gartenbesitzer rief uns an und wir konnten das Tier aus dem Zaun herausschneiden.

 

Jungigel gibt man am besten in erfahrene Hände!

Ansonsten gelten folgende Richtlinien:

Man füttert Katzenaufzuchtmilch, mit etwas Fencheltee.

Füttermenge und Alterseinschätzung:

Lebenstage     Alterseinschätzung     Gewicht   tägl. Nahrungsmenge   Anzahl der Mahlzeiten

2-7 Tage          Augen geschlossen      20-37 gr.          5-9 ml                     tagsüber 8/Nachts 2

8-14 Tage        Augen öffnen sich       41-67 gr.          10-16 ml.                Tagsüber 8/Nachts 1

15-19 Tage      Beginnen selbst zu      69-92 gr.          17-23 ml.

                         fressen

20-22 Tage      Zahndurchbruch        101-123 gr.      25-30 ml.                 Tagsüber 4-5

 

Größere Tiere füttert man mit Katzenfutter aus der Dose oder spezielles Igelfutter. Aber bitte nicht die Körnermischungen, die es zum Teil im Handel gibt!
Gerne nehmen sie auch ohne Fett und Gewürze gebratenes Rührei. Dazu Wasser.

Niemals Milch!

 

   

Der schnelle Kontakt zu uns

Wenn Sie uns etwas mitteilen möchten, nutzen Sie bitte das Kontaktformular im oberen Menü oder senden Sie eine Email an service@tierhilfe-melle.de
Übrigens: Wir arbeiten außer in Melle selbst auch überregional im südlichen Osnabrücker Land - eben in Melle und Umgebung...

   

Mitglied Deutscher Tierschutzbund


    

   

Unser Spendenkonto bei der Kreissparkasse Melle

Für Überweisungen verwenden Sie bitte diese Kontodaten:
IBAN: DE55 2655 2286 0001 0143 31,  BIC: NOLADE21MEL

Wenn Sie eine Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung) wünschen, vermerken Sie bitte auf dem Überweisungsträger Ihre Anschrift.

   
© 2008-2017 - Tierhilfe-Melle e.V.