Zuhause gefunden

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Ein neues Zuhause für Boomer

Ein Hundeparadies auf Erden entschädigt für viele Jahre Einsamkeit

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Das erste Bild von Boomer in der Pflegestelle

Als wir Boomer vor rund einem Jahr übernahmen, dachte niemand ernsthaft daran, dass dieser alte Hund noch einmal in ein schönes neues Zuhause vermittelt werden könnte. Stark übergewichtig, Arthrose geschädigte Gelenke und eine Kondition, die mal gerade für 20m reichte, sorgten für einen beklagenswerten Gesamteindruck.

In der Pflegestelle der Tierhilfe-Melle angekommen, wurde Boomer im Oktober 2011 erst einmal gründlich untersucht. Dabei stellten wir dann gleich mehrere „Baustellen" fest, an denen bei Boomer gearbeitet werden musste. Nur um Eines brauchten wir uns nicht zu kümmern: Seine Lebensfreude. Die war ihm geblieben. Dankbar nahm er vom ersten Tag jede Zuwendung an und blühte täglich ein wenig mehr auf.

Boomer orientierte sich an den anderen Hunden in der Pflegestelle und lernte ein mehr oder weniger friedliches Miteinander mit den Katzen in der Pflegestelle kennen.

Nach einiger Zeit brachten die medizinischen Behandlungen erste Erfolge. Bommer nahm kräftig ab, seine Schilddrüsenunterfunktion konnte mit Medikamenten gut eingestellt werden und gegen die Arthrose bekam er ein leichtes Schmerzmittel. Die Muskelmasse wurde wieder kräftiger und schon nach kurzer Zeit entwickelte sich der tägliche Rundgang durch Feld, Wald und Wiese auf einer Länge von 2km zum Highlight für den alten Kerl. Boomer konnte abgeleint werden, erkundete eine Welt, die er jahrelang nur von der anderen Seite des Gartenzaunes gesehen hatte. Für die Betreuer in der Pflegestelle war es unglaublich schön mit anzusehen, wie Boomer Spaß und Freude an Dingen fand, die für andere Hunde alltägliche Selbstverständlichkeiten sind. Eine kleine Elo-Hündin aus dem Dorf verliebte sich in Boomer und als dieser nach einigen Wochen begriffen hatte, was sie eigentlich von ihm wollte, entwickelte sich eine heiße Romanze, wenn wir uns beim täglichen Spaziergang trafen.

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Boomer nach einigen Wochen in der Pflegestelle

Trotz der vielen positiven Nachrichten aus der Pflegestelle interessierte sich lange niemand für Boomer. Auch die regelmäßige Präsentation in der örtlichen Presse, die Vermittlungsanzeigen im Internet und in unserer Vereinszeitung konnten niemanden dazu überzeugen, Boomer in seinem letzten Lebensabschnitt ein schönes neues Zuhause zu geben. Das änderte sich schlagartig Mitte August 2012. Ein Ehepaar meldete sich, die die Geschichte von Boomer in unserer Vereinszeitung gelesen hatte. Ihre eigene größere Hündin musste vor einiger Zeit nach langer Krankheit eingeschläfert werden und die beiden dachten darüber nach, Bommer bei sich aufzunehmen. Ein erster Kontakt in der Pflegestelle brachte die drei zusammen. Boomer zeigte sich an diesem Nachmittag natürlich von seiner besten Seite; die beiden Interessenten waren beeindruckt. Nach einem ausführlichen Gespräch, bei dem der Gesundheitszustand von Boomer natürlich eine wesentliche Rolle spielte, wurde ein „Probewohnwochenende" vereinbart.

Die ländliche Idylle, in die Boomer eintauchen konnte, war auch für die Betreuer in der Pflegestelle beeindruckend. Weit ab von städtischem Verkehrslärm mitten in der naturnahen Kulturlandschaft zwischen Melle und Osnabrück betrat Boomer schon wieder eine neue Welt. Drei kleine Hunde, Katzen, Enten, Kaninchen und sogar Pferde gehörten zur neuen Großfamilie, die Boomer willkommen hieß. Und das Ganze genügsam beobachtet von grasenden Milchkühen gleich gegenüber dem Haus. Wenn es einen Platz in diesem Teil des Landes gibt, an dem ein Hund leben möchte, dann dort. Das war sofort klar. Jetzt kam es nur noch auf Boomer an. Würde er sich problemlos in diese Lebenssituation einfügen? Pferde kannte er bisher nur von den Wegen jenseits der Koppeln. Jetzt konnte unter ihnen herlaufen und sogar mit ihnen schmusen, wenn er wollte.

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Bommer´s neue Freunde: zwei Jack Russel, ein Yorkshire Terrier-Mix und zwei tolle Pferde

Es folgten einige gute Ratschläge für den Umgang mit Boomer und die Übergabe der „Betriebsanleitung". Diese enthielt eine umfangreiche Beschreibung, welche Medikamente Boomer wann und in welcher Reihenfolge und Menge nehmen musste. Der Abschied fiel den bisherigen Betreuern von Boomer nicht leicht und sie machten sich auf der Rückfahrt jede Menge Gedanken. Würde die Versorgung von Boomer mit den notwendigen Medikamenten seinen neuen Menschen zu viel werden? Würde Boomer mit der neu gewonnen Freiheit umgehen können oder Haus und Grundstück verlassen und durch die Felder marschieren?

Einige Tage später folgte dann der erlösende Anruf. Boomer hatte sich wunderbar in die neue Familie eingefügt, konnte schon am nächsten Tag ohne Leine auf dem Grundstück und über die angrenzenden Wiesen und Felder laufen. Er benahm sich so, als sei er schon immer dort zuhause gewesen. Von dem Moment an war klar: Bommer hatte ein neues Zuhause gefunden. Der Besuch der bisherigen Betreuer aus der Pflegestelle am nächsten Tag bestätigte den Eindruck, der am Telefon übermittelt wurde.

 

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Boomer beim Rundgang...                                                        ...und beim Sport

Boomer´s Verhalten war erstaunlich: Nach kurzer und heftiger Begrüßung ging er sozusagen wieder zur Tagesordnung über. Er lief ins Haus zur Futter- und Wasserstelle als wollte er uns sagen: „Schaut her, hier ist mein Essen." Danach marschierte er wieder hinaus in den Garten, vorbei am Kaninchengehege, schnüffelte kurz daran, als wollte er nur kontrollieren, ob alles darin in Ordnung ist und legte sich in die Blumen des Vorgartens gegenüber unserer Sitzgruppe. Man hatte wirklich den Eindruck, dass Boomer schon immer hierhergehören würde. Später bei einem kurzen Besuch der beiden Pferde blieb Boomer völlig unbeeindruckt, lief unter den Pferden her, schnüffelte an ihren Beinen und schaute Ihnen an der Tränke zu. Die Pferde ihrerseits zeigten sich im Umgang mit Boomer und den anderen Hunden völlig entspannt. Alle waren irgendwie aneinander gewöhnt. Ein schöneres Bild konnte man sich nicht vorstellen.

Nach diesem zweiten Besuch war allen Beteiligten klar, dass Boomer hier bleiben konnte und nun für den Rest seines Lebens ein glücklicher Hund sein darf. Er hat menschliche und tierische Gesellschaft, kann sich in freier Natur ungehindert bewegen und auch, wenn es ihn nicht wirklich mehr interessiert: Kein Zaun würde ihn aufhalten.

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Ein neuer Sportkamerad                                                .....und eine Primaballerina

Wir möchten uns an dieser Stelle bei den neuen Besitzern von Boomer sehr herzlich bedanken. Es ist ganz bestimmt nicht selbstverständlich, einen alten und kranken Hund bei sich aufzunehmen und für ihn zu sorgen. Wir freuen uns sehr, dass wir Menschen gefunden haben, denen diese Aufgabe nicht nur nichts ausmacht, sondern die sich auch darüber freuen können, einem Hund wie Boomer mit einer eher traurigen bisherigen Lebensgeschichte all das zu bieten, was er eigentlich schon immer haben sollte: ein artgerechtes und friedliches Hundeleben bis an das Ende seiner Tage. Wir wünschen Boomer, dass dieser Tag noch lange auf sich warten lässt...

Danke im Namen von Boomer

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Auf Wiedersehen Boomer und viel Glück

   

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